Hochgebirgsklinik Davos Wolfgang

Reha in der Hochgebirgsklinik Davos

Nach einer viermonatigen Wartezeit im Widerspruchsverfahren war es im Oktober 2013 endlich soweit:
Ich konnte zur Reha nach Davos fahren.

Das Dumme an dieser Sache war nur eben, dass ich zum Zeitpunkt der Antragstellung im Februar schwerste Asthma-Probleme hatte, die mit den Pollen im Frühjahr nicht unbedingt besser wurden. Erst mit höheren Temperaturen im Sommer wurden die Symptome deutlich besser. Ende September hatte ich fast keine Beschwerden mehr, so dass der Aufenthalt eigentlich unsinnig war, denn er kam ein halbes Jahr zu spät. Dementsprechend waren auch die Reaktionen der Klinik-Ärzte, sie hatten nur sehr wenig Verständnis für meine Situation.

Wohl bedingt durch den erheblichen Höhenunterschied in Davos (die Klinik liegt auf 1600 m ü.d.M.), den Anwendungsstress und das Rasierwasser eines anderen Patienten (Auslöser) musste ich in der ersten Woche an einem Tag gleich zwei Asthma-Anfälle über mich ergehen lassen. Doch selbst das war den Ärzten egal. Sie gingen nur stur nach den Testergebnissen, die keinen Anfall erwarten ließen und stellten danach ihre Diagnose: viel zu gesund, da ist nichts – die Atemnot, Schmerzen in der Brust – alles nur Einbildung!

 

Dumm nur, dass die Beschwerden nach der Reha mit fallenden Temperaturen wieder stärker wurden.

Als Fazit dieser Reha in Davos lässt sich sagen, dass die geballte Vielzahl an Vorträgen, Untersuchungen usw. eine gute gesundheitliche Kondition erfordert. Man nimmt viel an Wissen und Erfahrung mit und kann (oder muss) feststellen, dass die meisten Ärzte Zuhause leider wenig Ahnung von der Materie haben. Richtig diagnostiziert und behandelt wäre mir viel erspart geblieben.

Es gibt sicherlich viele Patienten, die in Davos eine nachhaltige Verbesserung ihrer Beschwerden erleben dürfen. Bei mir war das leider nicht der Fall. Die Ärzte haben sich nur sehr wenig Zeit genommen, außer im akuten Notfall, da waren sie zum Glück schnell da.

Wer aber eine medizinische Beratung und Hilfe sucht, wird unter Umständen eher enttäuscht. Oder anders ausgedrückt: man darf mit keiner zu hohen Erwartung in die Hochgebirgsklinik kommen. Andererseits, wenn man an die eigenen Ärzte Zuhause denkt, dann ist Davos aber dennoch sehr gut und empfehlenswert.

 

Im Nachhinein gesehen – nach mehr als zwei Jahren – kann ich sagen, dass Davos mir zum damaligen (falschen) Zeitpunkt wenig gebracht hatte. Die Langzeitfolgen mit allen entsprechenden Umstellungen (Allergien, Neurodermitis) waren aber extrem wichtig und hilfreich, nicht nur in Bezug auf Asthma. Und von daher gesehen, war diese Reha ein voller Erfolg. Ich denke jedenfalls oft an diese Zeit zurück.

Und – aufgrund der Erfahrungen, die ich machen musste, habe ich meinen Lungenfacharzt gewechselt und fühle mich nun endlich gut aufgehoben.

 

Neuer Versuch

2013 war ein denkbar schlechter Zeitpunkt in Davos, so kurz vor der drohenden Insolvenz. Viele Ärzte und Schwestern hatten einfach keine Motivation mehr, dafür aber Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Das hatte ich mehrfach zu spüren und hören bekommen. Wenn auch verständlich: Aber dennoch war es unverantwortlich, diesen Unmut an den Patienten auszulassen.

Nach der überstandenen Insolvenz in 2014 wurde die Struktur komplett umgebaut. Ob dies dem damals eigentlichen Ziel, die HGK zu dem Kompetenzzentrum in Sachen Asthma und Allergien umzubauen, gedient hat, muss sich erst noch erweisen.

In 2018 sollte es endlich wieder soweit sein, die nächste Reha wurde im April genehmigt. Auch wenn viel in Davos umgestellt wurde und der Bereich der Pneumologie scheinbar nur noch nebensächlich betrieben wird, so hoffe ich doch, dass die Bedingungen besser geworden und die Ärzte und das Personal nun motivierter sind. Ansonsten bleibt nur eines übrig: die Landschaft und das Klima genießen und hoffen, dass dies ausreicht.

Allerdings war die Vorfreude verfrüht. Umso tiefer wiegt der Schmerz darüber, dass Davos keine DRV-Patienten (zumindest in 2018) mehr aufnimmt.

Die Reha war genehmigt, aber es gab keinen Platz in Davos. Die Arroganz, die zwischen den oberen Etagen der HGK und der DRV herrscht, ist einfach nur noch unerträglich, vor allem, weil sie auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird. Ein Milliardär, der auf den Rappen schaut, und eine Behörde, die nicht versteht, dass es in der Schweiz deutlich teurer ist. Lieber nur die halbe Anzahl von Patienten in Davos genehmigen, als gar keinen mehr. Die Leute dort oben wissen gar nicht, was sie mit ihrer sturen Haltung uns Patienten damit antun.

Schade, denn ein hervorragender Standort bleibt bis auf weiteres unerreichbar. Enttäuschung pur!

Genauso schade ist, dass die zuständigen Mitarbeiter bei der HGK und DRV noch nicht einmal so viel Anstand besitzen, diesen Sachverhalt schriftlich mitzuteilen. Ich musste selbst aktiv werden, um an irgendwelche Informationen heran zu kommen.

In einem persönlichen Gespräch mit einer DRV-Mitarbeiterin wurde mir bestätigt, dass die Leitung der HGK-Davos den Vertrag mit der DRV für Erwachsene gekündigt und kein Interesse an einer Weiterführung hat.

Und noch ein Link zur Hochgebirgsklinik Davos.


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