Berchtesgaden – Schönau

Nachdem aus der Reha 2018 in Davos nichts geworden ist, hatte sich als Alternative die Schön-Klinik Berchtesgadener Land angeboten. Zwar nicht so hoch gelegen, aber immerhin drum herum Hochgebirge.

Die Anspannung war Tage vorher schon sehr hoch. Nervosität war angesagt, vor allem auch weil ich keine rechte Vorstellung hatte, was mich dort erwartet. Endlich war der 10. Sept. gekommen und es hieß morgens um 6 Uhr ab auf die Autobahn. Erstaunlich, was für Automassen um 6:30 Uhr in Richtung Stuttgart unterwegs sind. Nach vielen Staus war ich um 12:15 endlich in Schönau angekommen. Der Empfang war freundlich und löste viel von der Anspannung auf. Endlich im Zimmer angekommen war die Enttäuschung groß: Da ist man schon in den Bergen und hat nur eine dösige Aussicht auf einen Innenhof, kein Balkon, keine Terrasse, keine Sonne, nichts … einfach nur öde.

Nach gefühlten Stunden kam endlich ein Pfleger und anschließend eine ausgesprochen hübsche Stationsärztin.
Außer auspacken und einrichten stand sonst nichts weiter auf dem Plan.

Abends gab es dann den ersten Wochenplan. Jeden Tag gab es zwischen drei und fünf Anwendungen, wie z.B. Atemgymnastik, Massagen, MTT usw. Schon in der ersten Woche gab es mehr therapeutische Anwendungen, als in drei Wochen Davos zusammen. Von daher gesehen war die Wahl scheinbar richtig.

Auf weitere Untersuchungen wartete ich in Schönau aber vergeblich, womit eine wertvolle Chance vertan wurde. Da hatte Davos deutlich mehr zu bieten.

Durch die Vielzahl an sportlicher Betätigung und den vielen Wanderungen usw. ist mein Gesundheitszustand auch eine Woche nach der Reha deutlich besser als in den letzten Jahren, ganz im Gegensatz zu Davos. Dort wurde er etwas schlechter.

Insgesamt lässt sich momentan sagen, dass in Schönau zwar das Ambiente (Zimmer) und die ärztliche Versorgung schlechter war als in Davos, dafür waren die sportlichen und therapeutischen Angebote und die Umgebung deutlich besser.

In einem Punkt kann Schönau aber nicht mithalten: die Lage in einer Höhe von 1600 m.

 

Unverständliches Verhalten anderer Patienten

Natürlich gibt es immer etwas zu meckern. Was sich einzelne (meist etwas fülligere) Menschen dort geleistet haben, grenzt schon an Dummheit und sollte eigentlich entsprechend mit einer vorzeitigen Heimreise belohnt werden. Manche Leute kommen in die Gymnastik und wollen (oder können) sich nicht bewegen. „Ich gehe dann mal wieder“ – Hauptsache als anwesend abgehakt, oder sie sitzen am Rand und schauen nur zu. Andere fahren mit ihrem Elektromobil durch die Gegend, obwohl sie laufen konnten: „Vorsicht, jetzt komme ich“. Sie sitzen im MTT und bewegen sicht nicht vom Stuhl. Hauptsache dort gewesen.

In einer Reha muss man sich auf solche Anwendungen einlassen. Man muss mitmachen. Ansonsten bleibt man lieber Zuhause, denn es gibt genug Patienten, die den Platz benötigen.

 

Nachwirkungen

Interessant war die deutliche Verbesserung der Lungenwerte (Peak Flow), die sich schon nach dem dritten Tag in Schönau eingestellt hatte. Diese Wirkung hielt knapp bis drei Wochen nach der Reha an. Erst danach zeigte sich wieder das Verhalten wie zuvor, mit stark schwankenden Werten zwischen morgens und abends. Ist irgendwie auch zu erwarten gewesen, denn es ist schließlich ein Unterschied, ob man drei Wochen in klarer Bergluft und täglicher sportlicher Betätigung verbringt oder statt dessen wieder den ganzen Tag im Büro sitzt.

 

Peakflow messen

Für all diejenigen, die bei den Schulungen aufgepasst haben und den Rat des Stationsarztes befolgen, werden nun regelmäßig jeden Tag ihren eigenen Einsekunden-Luftstoß messen. Und für jeden, der sich nun fragt: „Und wo eintragen?“ für diejenigen habe ich meine eigenen Peakflow-Tabellen ein wenig angepasst und stelle sie hier als PDF zum Download zur Verfügung.

Der Unterschied zwischen der Asthma- und COPD-Tabelle ist lediglich der verfügbare Bereich. Bei COPD liegt er ja deutlich niedriger.

Peakflow COPD
Peakflow Asthma

 

Zur Vervollständigung zwei Links:
Schön Kliniken Berchtesgadener Land
Webcams Berchtesgaden

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